Worin unterscheidet sich eine hoch konzentrierte, aber gepufferte Fruchtsäure in ihrer Wirkung von einer niedrig konzentrierten?

– Je niedriger der pH-Wert, umso stärker fällt die beabsichtigte Irritation der Haut aus, die nachfolgend zu einer verstärkten Regenerationswirkung führt.
– Bei niedrigem pH-Wert und niedriger Konzentration ist die Irritationswirkung na-turgemäß geringer als bei niedrigem pH-Wert und hoher Konzentration, da die Haut in der Lage ist, einen Teil der Säure zu neutralisieren, was bedeutet, dass der pH-Wert während der Behandlung ansteigt.
– Eine gepufferte Fruchtsäure in hoher Konzentration hält den pH-Wert konstant. Die Gefahr des schnellen Übergangs von einer gesetzten Irritation zu einer versehent-lichen Verätzung ist aufgrund des höheren pH-Wertes deutlich geringer, da das Zeit-fenster für die Behandlung größer wird.
– Die keratolytische Wirkung ist bei Fruchtsäuresalzen ebenso wie bei Harnstoff konzentrationsabhängig, das heißt sie steigt mit der Konzentration an.

(hl)

Was ist dran an der Aussage, dass Kaffee den Flüssigkeitsverlust erhöht und sowohl Blutdruck als auch Cholesterinspiegelin die Höhe treibt?

Richtig ist, dass im Kaffee enthaltenes Koffein einen harntreibenden Effekt hat. Sowohl die Menge des Koffeins als auch die Häufigkeit des Kaffeekonsums haben hierauf einen Einfluss. Der Effekt ist jedoch nur vorübergehend und bei regelmäßigem Kaffeegenuss weniger stark ausgeprägt. So ist der Flüssigkeitshaushalt innerhalb eines Tages wieder im Gleichgewicht. Bei höheren Koffeinkonzentrationen und hoher Koffeinzufuhr scheidet der Körper nicht nur vermehrt Wasser aus, sondern auch vermehrt Salz und insbesondere Natrium. Kompensationsmechanismen gleichen jedoch auch diesen Effekt regelmäßig aus. Wegen seiner anregenden Wirkung auf Herz und Kreislauf sollte man Kaffee nicht zum Durst Löschen verwenden, so die Empfehlung der Deutschen Gesellschaft für Ernährung (DGE). Hier sind Mineral- und Trinkwasser sowie andere kalorienarme Getränke wie Fruchtsaftschorle und Früchte- und Kräutertees die bessere Alternative. Gegen den täglichen moderaten Genuss von bis zu vier Tassen Kaffee mit 350 mg Koffein ist allerdings nichts einzuwenden.
Übrigens: Schon vor Jahren wiesen skandinavische Forscher in einzelnen Fällen eine Erhöhung des Cholesterinspiegels nach Kaffeegenuss nach. Allerdings trat dieser Effekt nur bei ungefiltertem Kaffee auf. Ur-sache sind die filterbaren Diterpene Cafestol und Kahweol, die normalerweise im Papierfilter zurückbleiben.

(fm)

Bislang habe ich immer darauf gebaut, dass ich durch die zusätzliche Einnahme von Vitamin C gerade in der nasskalten Jahreszeit Erkältungen vorbeugen kann. Doch jetzt hörte ich, dass dies nicht zutrifft. Stimmt das? Gibt es neue Forschungsergebnisse?

Vergessen Sie’s einfach! Bereits im Jahr 2005 konnten australische Mediziner in einer Metaanalyse zeigen, dass Vitamin C nicht vor Erkältungen schützt. Dabei wurden 55 wissenschaftliche Studien der vergangenen Jahre aus aller Welt zum Thema „Vitamin C und Erkältung" ausgewertet. So ließ sich in den 23 Studien, in denen der vorbeugende Effekt des Vitamins im Vergleich mit einem wirkstofffreien Placebo untersucht worden war, kein geringeres Erkältungsrisiko nach Vitamineinnahme nachweisen. Lediglich bei Extremsportlern wie Skifahrern und Marathonläufern zeigte das Vitamin einen leichten vorbeugenden Effekt. Regelmäßige Vitamin-C-Dosen reduzierten allenfalls die Dauer einer Erkältungskrankheit. Der verkürzende Effekt war jedoch mit 8 Prozent bei Erwachsenen und 14 Prozent bei Kindern eher gering.
Mein Tipp: statt Vitaminpillen viel Obst und Gemüse nach der Regel „5 am Tag". Der Mix aus natürlichen Abwehrstoffen bringt das Immunsystem in jedem Fall besser auf Trab als ein isoliert zugeführtes Vitamin.
(fm)

Immer öfter liest man, wie gesund doch Rotwein sei und dass ein, zwei Gläschen am Tag sogar gesundheitsfördernd sein sollen. Was habe ich davon zu halten – Alkohol ist doch Alkohol und dieser ist bekanntlich schädlich?

Wie bei so vielen Lebensmitteln gilt auch beim Alkohol: Die Dosis macht das Gift. Ein Glas Rotwein (0,2 l) täglich hat vermutlich mehr positive als negative Wirkungen. Offensichtlich überwiegen bei solch kleinen Mengen die gesundheitsfördernden Wirkungen der sekundären Pflanzeninhaltsstoffe im Wein – wie Gerbstoffe, Anthocyane und ähnliche Substanzen – die negativen Wirkungen des Alkohols. Vor allem bei Frauen steigt aber bei größeren Alkohol-mengen das Brustkrebsrisiko relativ schnell an. Wenn auch oft zu lesen ist, dass zwei bis drei Gläser täglich unbedenklich sind, sollten Frauen meiner Meinung nach tatsächlich bei einem Gläschen täglich bleiben, um ganz auf der sicheren Seite zu sein.
(fm)

Eine Kundin (56) möchte sich im Gesicht liften lassen. Die Haut ist dem Alter ent-sprechend – viele Lentigo senilis – unauf-fällig. Welche kosmetische Vorbehand-lung kann ich ihr empfehlen?

Vor einem Facelifting sollte die Haut optimal durchfeuchtet sein. Hier können entsprechende Masken oder auch der Einsatz von Ultraschall, mit dem feuchtigkeitsspendende Wirkstoffe in die Haut eingeschleust werden, hilfreich sein. Wichtiger als die Vorbereitung ist in den meisten Fällen eine entsprechende kosmetische Nachbehandlung. So empfiehlt es sich – nach Rücksprache mit dem behandelnden Chirurgen –, unterhalb des Operationsgebietes frühzeitig Lymphdrainagen durchzuführen. Das fördert nachgewiesenermaßen die Wundheilung. Schwellungen und Blutergüsse heilen schneller ab. Dann sind auch hier pflegende und insbesondere hydratisierende Behandlungen, ergänzt durch antioxidative Seren, sinnvoll. Auf Wärmeanwendungen und Peelings ist in jedem Fall zu verzichten. Wichtig: der tägliche Sonnenschutz – auch in der vermeintlich sonnenarmen Jahreszeit.
(emr)

Eine Kundin hat zwischen den Augenbrauen und auch am Kinn meiner ersten Einschätzung nach geschlossene Komedonen, von der Farbe her matt weiß, zirka 1–2 mm groß und relativ flach. Ich hatte jedoch keinen Erfolg mit dem Ausreinigen, obwohl ich angesto

Bei den verdickten Hautveränderungen, die mitunter geschlossenen Komedonen oder Milien sehr ähnlich sehen, sich aber nicht entleeren (ausreinigen) lassen, handelt es sich am ehesten um dermale oder epidermale Nävi. Das sind scharf begrenzte, flächige oder kugelige, meist weißlich-porzellanfarbene oder hellbraune Verdickungen der Haut. Sie sind gutartig, bleiben in aller Regel klein und stören nicht. Sie können aber auch wachsen und über das Hautniveau hinweg erhaben sein. Dann sind sie mittels chirurgischem Laser leicht entfernbar. Je tiefer die Zellnester in die Haut reichen, desto eher ist eine komplette Entfernung nur mit einer kleinen Exzision, verbunden mit Schnitt und Naht, möglich.
(emr)

In vielen Sonnenprodukten sind Parabene enthalten. Mich interessiert, ob es irgendwelche Wechselwirkungen zwischen diesen Stoffen und der Sonnenstrahlung gibt? Können Sie mir weiterhelfen?

Derartige Wechselwirkungen sind uns nicht bekannt. Womit man aber sicher rechnen muss, ist die stärkere Mobilisierung der Konservierungsmittel durch die Wärmestrahlung (IR) der Sonne. Das bedeutet, das bei einer vorliegenden Empfindlichkeit gegen Konservierungsmittel, also nicht nur gegen Parabene, die Wahrscheinlichkeit einer Reaktion erhöht wird.
(hl)

Beim Schminken einer Kundin (Frühlingstyp) konnte ich tatsächlich beobachten, wie der orangefarbene Lippenstift blitzschnell in einen blaustichigen Ton "umschlug“. Ich habe gehört, dass das etwas mit dem Säuregrad der Lippenhaut zu tun hat. Stimmt d

Meiner Meinung nach kann es nicht der Lippenstift gewesen sein, der den Blaustich erzeugt hat. Die orangene Farbe wird durch Pigmente zugesetzt und diese sind über weite pH-Bereiche farblich stabil. Ich gehe eher davon aus, dass durch die natürliche Grundfarbe der Lippen, die bei jedem Men-schen variiert, der optische Eindruck eines blaustichigen Tons entstanden ist. Um die Lippenfarbe auszugleichen, kann man jede gelbstichige Flüssiggrundierung oder Ca-mouflage auf die Lippen auftragen, die auf den Hauttyp abgestimmt ist. In jeder Make-up-Linie gibt es sowohl gelb- als auch rot-stichige Farbnuancen.
(aw)

Eine meiner Kundinnen (44) hat sehr viele Unterlagerungen und über der Oberlippe – seit diesem Frühjahr auch im Wangenbereich – starke Pigmentierungen. Nach einer Fruchtsäurekur, hat sich das Hautbild kaum verbessert. Im Gegenteil; was kann ich tun

Bei der Pigmentierung im Bereich der Oberlippe handelt es sich vermutlich um ein Chloasma (auch Melasma genannt). Darunter versteht man großfleckige, meist symmetrische Hyperpigmentierungen des Gesichtes, zumeist mit bizarren Formen an Stirn und Schläfen infolge hormoneller Veränderungen – z.B. während einer Schwangerschaft oder unter Einnahme bzw. nach Absetzen der Pille. Manchmal tritt die Pigmentierung auch isoliert an der Oberlippe auf.  In einigen Fällen bildet sie sich wieder zurück sobald der hormonelle „Außnahmezustand“ vorüber ist, es kann jedoch auf vorkommen, dass sie über Jahre persistiert. Sonnenbestrahlung verstärkt die Hyperpigmentierung.
Dass bei der Kundin gleichzeitig akneiforme Entzündungen auftreten, ist eher selten zu beobachten, spricht aber ggf. zusätzlich für eine hormonelle Komponente des Geschehens. Eine detaillierte Anamnese (auch der evt. eingenommenen Medikamente) und eine Laborkontrolle der Hormone könnte hier Aufschluss geben.
Zur Behandlung dieser vermehrten Hyperpigmentierung eignet sich zunächst die tägliche Applikation von 5 % Hydrochinon, 1 % Hydrokortison sowie 0,1 % Tretinoin als sog. „Bleichcreme“ zur Heimbehandlung.
Versuche, die Pigmentierungen mittels Laser zu entfernen, waren häufig enttäuschend. Die Möglichkeit spezifisches dermales Pigment zu blassen, hängt von dessen Absorptionsspektrum ab. Deswegen sollte erst eine Probebehandlung mit verschiedenen Lasern (Gütegeschaltete Rubin-, Neodym-YAG- oder Alexandrit-Laser) an einer umschriebenen Stelle erfolgen, bevor entschieden wird, ob ein Laser geeignet ist. Am meisten haben sich verschiedene chemische Schälbehandlungen bewährt. Die durchgeführte Fruchtsäurekur war also durchaus sinnvoll.  Bei leichten Pigmentierungen kann dies ausreichend sein. Hier sind vermutlich bis zu 10 Behandlungen ungepufferter AHA´s (alpha-Hydroxy-Acids) bis zu 70% notwendig. Liegt eine stärkere Verfärbung vor, muss die Haut tiefer geschält werden, um die Pigmentierungen herauszulösen. Hier könnte Trichloressigsäure (TCA Peeling) zum Einsatz kommen. Je nach Intensität der Behandlung und verwendeter Konzentration (20 %, 35 %) sind ein oder mehrere Sitzungen in wöchentlichen Abständen erforderlich.
Die Akne wird sich unter dem Procedere ebenfalls bessern, jedoch sollte bei tiefliegenden Pusteln und Papeln ergänzend eine effektive dermatologische Behandlung erfolgen.
Insgesamt lässt sich sagen, dass die Behandlung von Pigmentstörungen schwierig und langwierig ist und man eine Prognose bzw. Erfolgsgarantie nicht immer geben kann. Das Motto „langsam aber sicher“ hat sich eher bewährt als „viel hilft viel“. Geduld und Ausdauer ist in jedem Fall mitzubringen.

Dr. med. Ellen Meyer-Rogge (emr)

Seit geraumer Zeit klagt eine Kundin (49 Jahre) über einen vermehrten Haar-wuchs an Oberlippe und Kinn. Welche Ursachen können hier zugrunde liegen?

Vermehrter Haarwuchs im Bereich der Oberlippe ist häufig auch kombiniert mit einer verstärkten Behaarung an Kinn und Wangen. Im extremen Fall sind die Schul-tern und der obere Rückenbereich sowie der Bereich zwischen den Brüsten sowie am Stamm betroffen (siehe Abbildung). Man spricht hier von einem „Hirsutismus“. Entsprechend dem männlichen Behaarungs-typ kommt es zu einer verstärkten Körper- und Sexualbehaarung bei der Frau.
90 Prozent aller Hirsutismusformen sind veranlagt, das heißt die Haarfollikel von Gesicht und Körper reagieren – in höherem Lebensalter – empfindlich auf männliche Sexualhormone, die Androgene. Nach der Menopause lässt die Bildung und Wirkung von weiblichen Hormonen, Östrogenen, im Körper nach, und bei den Frauen stellt sich zunehmend ein männliches Erscheinungsbild ein. So wird zumeist auch beobachtet, dass die Kopfhaare dünner werden.
Bei den übrigen 10 Prozent kommen verschiedene Erkrankungen in Frage, die mit einer vermehrten Bildung männlicher Sexualhormone einhergehen (z.B. androgenproduzierende Tumoren im Ovar oder in der Nebennierenrinde, Cushing-Syndrom, Hypogonadismus-Syndrom, polyzystisches Ovarialsyndrom). Des Weiteren kann die Einnahme bestimmter Medikamente einen übermäßigen Haarwuchs verursachen; hier sind beispielsweise Glukokortikoide, Cyclosporin (vor allem nach Transplantationen eingesetzt und zur Behandlung von Binde und Hornhautentzündungen) oder Minoxidil (Blutdruckmittel, bei androgenetischer Alopezie (Regaine®) verwendet) zu nennen. Eine Analyse des Hormonspiegels sollte in jedem Fall durchgeführt werden. Zur spezifischen Behandlung kommt häufig eine Hormontherapie in Betracht (brem-sender Effekt auf die männlichen Hormone). Zur symptomatischen Therapie bietet sich neben Rasur, Nadel-Epilation und Wachsenthaarung auch die Entfernung mittels Laser (Alexandrit- oder Rubin-Laser) sowie IPL-Epilation an.

(emr)

Viele meiner Kunden denken bei Sonnenschutzmitteln: Viel hilft viel – das heißt ein Lichtschutzfaktor von 50+ hilft mehr als Lichtschutzfaktor 30, 25 und weniger. Kann man das so stehen lassen, oder muss man dies relativieren?

Dies ist durchaus differenziert zu sehen. Natürlich gibt eine höhere Zahl im Prinzip einen höheren Schutz an. Allerdings werden bereits bei einem Sonnenschutzfaktor (SPF) von 20 zirka 98 Prozent der UV-B-Strahlen gefiltert, so dass bereits bei diesem SPF von einem hohen Schutz ausgegangen werden kann. Eine weitere Steigerung macht dann also keinen wesentlich höheren Schutz mehr aus.

(aw)

Ich habe kürzlich gelesen, dass manche Kosmetika zu viel Nitrosamine enthalten. Was sind das für Stoffe? Was machen diese in Kosmetika und wie gefährlich sind diese?

Sekundäre Amine, kurz: "Diamine", reagieren mit Nitrit insbesondere bei pH-Werten unter 7 zu Nitrosaminen. Die Hauptquelle von Diaminen war lange Zeit die synthetisch bedingte Verunreinigung von Triethanolamin mit Diethanolamin. Triethanolamin kommt in Kosmetika sehr häufig als Neutralisationsmittel für anionische Emulgatoren und Konsistenzmittel vor. Aus Diethanolamin kann sich mit Nitrit das N-Nitroso-diethanolamin (NDELA) bilden. NDELA spielt allerdings nach Verschärfung der Grenzwerte für Nitrosamine und Diamine (Kosmetikrichtlinie) heute praktisch keine Rolle mehr für in Europa hergestellte Kosmetika. Bis auf Ausnahmen dürfte das Problem eher bei importierten Kosmetika bestehen. Bis heute gibt es keine harten Daten, ob auf die Haut applizierte Produkte mit Nitrosamin-Verunreinigungen in der Praxis für eine Krebsentstehung relevant sind.

(hl)

Eine Kundin hat im Stirn- und Kieferbereich verhärtete wie Grießkörner (Milien) anmutende Hautveränderungen. Sie liegen dicht beieinander und sind größer als ein Punkt. Ist es für Milien nicht eher typisch, dass mal hier und da eines zu sehen ist?

Bei den beschriebenen Hautveränderungen könnte es sich zum einen um erweiterte Talgdrüsen, so genannte Talgdrüsenhyperplasien, handeln. Diese sind häufig im Bereich der Stirn, seltener jedoch am Kinn vorzufinden. Hierbei handelt es sich um erweiterte Talgdrüsenläppchen, die aufgrund ihrer Größe an der Hautoberfläche sichtbar werden. Sie sondern (sezernieren) jedoch kein Talg ab und lassen sich daher nicht ausdrücken. Die Therapie ist schwierig und oft gelingt eine Entfernung nur mittels mehrfacher Behandlung mit dem Elektrokauter (chirurgisches Instrument zum ausbrennen von Gewebeteilen).
Andererseits könnten es auch dermale Nävi, das heißt, kleine hautfarbene Mut-termale sein. Hierbei handelt es sich um eine Verdickung der normalen Hautstruktur.
Fetteinlagerungen, so genannte Xanthelasmen, treten fast ausschließlich im Bereich der Augenlider – hauptsächlich am Oberlid und am inneren Augenwinkel – auf. Hier finden sich dann gelbliche bis elfenbeinfarbene, weiche Plaques. Oft wird ein bilaterales und symmetrisches, aber auch einseitiges Auftreten beobachtet. Zur Therapie eignen sich chirurgische Laser (CO2- oder Erbium Yag-Laser). Auch die klassische Exzision, d.h. operative Entfernung, der störenden Hautveränderung ist möglich. Der Lasereingriff ist mit einer längeren Wundheilung und zumeist wiederholter Behandlung verbunden, während die Fäden eine Woche nach der Operation gezogen werden und damit die Wundheilung abgeschlossen ist.

(emr)

Kann man von zu vielen Feuchtigkeitsfaktoren in Cremes Akne bekommen?

Die in kosmetischen Präparaten verwendeten Feuchtigkeitsfaktoren orientieren sich in der Regel an den Bestandteilen des NMF (Natural Moisturizing Factor). Der NMF besteht aus unterschiedlichen Substanzgruppen wie Aminosäuren, z.B. Glycin, Serin, Alanin, Asparagin, Ornithin, Citrullin, Prolin, Säuren wie Pyrrolidoncarbonsäure (PCA), Milchsäure, Urocaninsäure, Zitronensäure, anorganischen Salzen wie Chloride und Phosphate der Alkali- und Erdalkalimetalle, Harnstoff und auch Glycerin. Alle diese Substanzen erhalten das osmolytische Gleichgewicht in der Haut aufrecht. In kosmetischen Präparaten werden jeweils nur einzelne Substanzen verwendet, wobei neben dem NMF auch Substanzen wie Propylenglykol, Butylenglykol, Pentylenglykol und Sorbitol (Zuckeraustauschstoff) zum Einsatz kommen, die eine schwächere, aber vergleichbare Wirkung haben.
Bei einer fett-feuchten Haut, die sich in der Pubertät entwickelt und die Grundlage für die jugendliche Akne bildet, sind naturgemäß keine Feuchthaltesubstanzen notwendig. Das Gegenteil ist der Fall. Im Vordergrund stehen die Reduzierung der Sebumlipide und die damit verbundene Erhöhung des transepidermalen Wasserverlustes (TEWL), um das für Propionibacterium acnes ideale feuchte Milieu zu vermeiden. Stickstoffhaltige Verbindungen wie Aminosäuren geben darüber hinaus ein gutes Nährmedium ab. Etwas anders sind mehrwertige Alkohole vom Glykol- und Glycerin-Typ einzustufen; sie zeigen in höheren Konzentrationen ähnlich wie der flüchtige Äthylalkohol auch eine keimreduzierende Wirkung.
Daraus kann der Schluss gezogen werden, dass bei einer für Akne anfälligen fett-feuchten Haut auf NMF-Substanzen verzichtet werden sollte. Für normale und trockene Haut trifft dies selbstverständlich nicht zu; durch zuviel NMF wird keine Akne provoziert. Im Gegenteil: bei stärkerem Feuchtigkeitsentzug auf der Hautoberfläche nehmen in der Folge erfahrungsgemäß Unterlagerungen (Talgzysten, geschlossene Komedonen) zu und die Akne kann sich wieder verschlechtern.
Generell ist anzumerken, dass bei einer Überpflegung der Haut, d.h. bei zu hohen Dosierungen an kosmetischen Stoffen wie Fetten, Emulgatoren und Wirkstoffen, mit unerwünschten Reaktionen unterschiedlicher Art zu rechnen ist.
Dr. Hans Lautenschläger, Elke Klein

Multivitamin- und Mineralstoffpräparate haben in Zeiten von Erkältungs- und Grippewellen Hochkonjunktur. Ist es wissenschaftlich erwiesen, dass man sich durch die Einnahme solcher Präparate vor einer Infektion schützen kann?

Lange Zeit versuchte die Pharmawerbung, den Verbrauchern zu suggerieren, dass die hoch dosierte Einnahme von Multivitaminpräparaten während der Erkältungszeit zusätzlichen Schutz vor Infektionen bietet. Diese Annahme gilt inzwischen als widerlegt. So kommt zum Beispiel eine aktuelle britische Untersuchung, in der 36 wissenschaftliche Studien zum Thema Multivitamine und Infektionsschutz zu-sammenfassend ausgewertet wurden, zu dem Schluss, dass die Einnahme solcher Präparate offensichtlich keinen zusätzlichen Infektionsschutz bietet. Vor allem die kurzfristige Einnahme scheint wenig sinnvoll: Wenn der Hals schon kratzt und die Nase läuft, können Multivitamin- und Mineralstoffpräparate nichts mehr ausrichten.
Verbraucherschützer raten beispielsweise schon lange ab vom "leichtgläubigen Griff zur Pillendose". Ihre Empfehlung: Bedarfsgerechte Ernährung, die reich an Obst und Gemüse. Vollkornprodukten und Milch- und Milchprodukten ist, ist der bessere Weg, sich mit den notwendigen Vitaminen und Spurenelementen zu versorgen. Ein zusätzlicher Bedarf kann allerdings entstehen bei Krankheiten, in der Schwangerschaft oder während Diäten. Dann kann die Einnahme eines Präparates sinnvoll sein.


Dr. oec. troph. Friedhelm Mühleib

Sie haben wieder Hochkonjunktur – die Diäten. Was ist von Low-Carb-Diäten zu halten?

Mit Low-Carb-Diäten (niedriger Kohlenhydratanteil), die ca. 45 % Fett, etwa 40 % Eiweiß und nur 15 % Kohlenhydrate enthalten, lassen sich beim Abnehmen oft besonders gute Anfangserfolge erzielen. So zeigen verschiedene Studien, dass man zunächst schnell und erfolgreich abnimmt, zumal die Empfehlungen einfach zu befolgen sind. Indessen drohen dem Körper beim langfristigen Praktizieren einer solchen fett- und eiweißreichen Ernährung diverse gesundheitliche Gefahren durch zu viel Eiweiß und "falsches" Fett mit zu vielen gesättigten Fettsäuren. Ein weiterer Nachteil: Der Jo-Jo-Effekt ist nach Low-Carb besonders ausgeprägt: Nach dem Ende der Diät nimmt man überdurchschnittlich schnell und viel wieder zu. Es gilt nach wie vor: Eine vernünftige Diät auf Basis einer kalorienreduzierten Mischkost, verbunden mit viel Bewegung und körperlicher Aktivität, ist die beste Methode, den Winterspeck loszuwerden.

Dr. oec. troph. Friedhelm Mühleib

Bei einer jungen Kundin bilden sich entlang des Unterkiefers immer wieder eitrige Entzündungen. Welche inneren Zusammenhänge können dafür verantwortlich sein?

Bei den eitrigen Entzündungen am Unterkiefer handelt es sich am ehesten um eine besondere Lokalisation der Acne vulgaris. Diese kann im Bereich des ganzen Gesichtes – Stirn, Wangen, Unterkiefer und Kinn – vorkommen oder eher an einzelnen Arealen lokalisiert sein. Ebenso kann es zu einer Mitbeteiligung des Dekolletees und/oder des Rückens kommen. Ausprägung und Lokalisation sind also großen individuellen Schwankungen unterlegen, ohne dass man bisher Ursachen oder innerliche Zusammenhänge feststellen konnte. Insbesondere bei jungen Frauen spiegeln Akne-Effloreszenzen am Unterkiefer vorhandene Stresssituationen wider.

Dr. med. Ellen Meyer-Rogge

Eine Kundin hat um den Bereich der Nasenflügel eine gereizte und gerötete Haut. Was für einen "tieferen" Grund gibt es hierfür?

Offensichtlich handelt es sich hierbei um ein sog. seborrhoisches Ekzem. Zu finden sind oft ziemlich scharf begrenzte, bräunlich gelbliche bis rötliche Herde am behaar-ten Kopf, im Gesicht – hier vor allem in den Nasolabialfalten – und an den vorderen und hinteren Schweißrinnen (eher bei Männern). In diesen Bereichen sind die Talgdrüsen klein und rar. Eine vermehrte Talgproduktion ist nicht nachweisbar, manchmal ist sie sogar vermindert. Man spricht daher häufig von dem "dysseborrhoischen Ekzem". Die Ursache dieser Hautveränderung hat man bislang nicht gefunden. Die therapeutische Wirksamkeit von Imidazolpräparaten spricht dafür, dass Mikroben – im Besonderen Hefen wie Pityrosporum ovale – eine Rolle spielen können. In der Praxis kann man ein gehäuftes Auftreten des seborrhoischen Ekzems in Stresssituationen beobachten. Es ist oft mit anderen chronischen Erkrankungen verge-sellschaftet. Die klassische Therapie erfolgt mit Schwefel- und Teerpräparaten, mitunter kommen kortisonhaltige Externa zum Einsatz. Patienten mit fettiger Haut vertragen schlecht Salben, reagieren aber auf Austrocknung mit Rötung und Schuppenbildung.

Dr. med. Ellen Meyer-Rogge